Darf man das?

on Februar 9 | in 4 tagwerkteam, 9 Beiträge, Ideen, Träumereien | by | with 1 Comment

Ich präsentiere mich und unsere Geschäftsidee hier in dem Blog. Schreibe über Visionen, Strategien, Ideen. Aber auch über Currywürste, Mißerfolge und Rückschläge – darf man das? Oder beschädigen wir damit unser Image?

Ich hatte dazu als Schüler ein Schlüsselerlebnis. Ich war gerade 18 Jahre alt geworden und hatte zwei Stunden geschwänzt – Erdkunde. In der Entschuldigung schrieb ich dann, daß ich in dem Moment keine Lust auf den Unterricht hatte. Das war natürlich keine gute Idee, denn es gab einen riesigen Ärger. Aber ich habe viel gelernt und entdecke mit dem Älter werden immer neue Nuancen an der Geschichte.

Damals als Schüler trieb mich der Wunsch nach Ehrlichkeit. Ich fand dieses Spiel einfach albern – der Lehrer wußte, daß ich nicht krank war, ich wußte, daß ich nicht krank war. Warum sollte ich dann eine neue Realität erschaffen? Können wir uns nicht wie erwachsene Menschen verhalten und uns gegenseitig die Wahrheit sagen? Mittlerweile habe ich in meine Weltsicht nicht nur die Ehrlichkeit sondern auch solche Dinge wie Aufsichtspflicht mit eingearbeitet. Kurz und gut, es gibt Situationen, in denen alle mit einer fiktiven Realität besser zurechtkommen als mit der Realität – weil es einfacher ist.

Das Spielen mit dem Stempelkissen kann man eigentlich nicht leugnen.

Das Spielen mit dem Stempelkissen kann man eigentlich nicht mehr leugnen.

Auf der anderen Seite steht mein Sohn, der mir mit schokoladenverschmierten Gesicht erzählt, er habe keine Süßigkeiten gegessen.  Auch hier handelt es sich um die Konstruktion einer Realität (die Schokolade ist verdampft, ist weggelaufen oder die Weihnachtsmaus hat sie gegessen) von der sich mein Sohn einen Vorteil verspricht. Die Schokolade bleibt aber verschwunden. In diesem Fall ist es meine Trägheit, die mich dazu treibt, das so zu akzeptieren und ihm ohne weitere Wiederworte einfach den Mund zu waschen.

Kommen wir nun wieder zu dem Blog, der Currywurst und der Frage – „darf man das?“ zurück. Mich hier als erfolgreichen Unternehmer ohne Kanten und Ecken darzustellen, käme mir so vor, als hätte ich das schokoladenverschmierte Gesicht.

P.S. Mein Sohn mag gar keine Schokolade. Ich habe mir die Situation nur der Anschaulichkeit halber ausgedacht. Dies nur zur Richtigstellung, denn Unehrlichkeit zu Lasten dritter ist unredlich auch wenn es Dinge einfacher macht.

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One Response to Darf man das?

  1. […] Ich habe den Eintrag einigen Freunden gezeigt und den Eintrag doch zu veröffentlichen – solch eine Gefühlslage gehört eben auch zu einer Gründung: Die drei Gründer Gerald Moll, Georg Portwich und Karl […]

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